Kapellen in der Marktgemeinde Ehrenhausen a.d.W.

Grabenschneider Kapelle

Von der Landestraße 613, der "Südsteirischen Weinstraße", aus Richtung Ehrenhausen kommend, führt ca. 100m vor dem Grenzübergang "Berghausen-Svecina" eine Straße nach rechts, vorbei an der Buschenschänke "Steinberghof" der Fam. Firmenich. Entlang der Wielitscher-Höhenstraße kommt man nach ca. 1,5 km zu einer Kapelle, der Schreiner-Kapelle.

 

Diese Kapelle, sie ist dem Hl. Michael geweiht, wurde um ca. 1870 von 3 Landwirten erbaut und steht im Besitze der Familie Schreiner. Sie befindet sich an einem Platz, welcher es erlaubt, den Blick bei klarer Sicht bis hin zum Schöckl im Norden des Landes, bis zur Riegersburg im Osten und bis zur Koralpe in westliche Richtung zu wenden. Sie hat eine Nord-Süd-Ausrichtung. Hat der Besucher die wenigen Stufen zum Kirchlein erklommen, wird ihm der Zutritt durch ein massives, mit Eisen beschlagenes Tor versperrt.

Nach dem Öffnen dieses zweiflügeligen Tores verwehrt eine, über die gesamte Breite des sakralen Bauwerkes angebrachte, schmiedeeiserne Abgrenzung den weiteren Zutritt. Das Auge des Besuchers fällt auf einen einfachen Opfertisch, in dessen Zentrum der Tabernakel steht, dessen goldfarbene Tür mit einem mit Weinlaub und Trauben umranktem Kreuz verziert ist.

Den oberen Abschluss des Tabernakels bildet eine von 2 Engeln flankierte Christus-Statue.

 

Ein wesentlicher Teil des Hochaltares wird durch ein großes Bildnis des Hl. Michael, geprägt, dem diese Kirche auch geweiht ist. Löst sich der Blick vom Altar und gleitet nach oben, sieht man einen reich mit Malereien verzierten Deckenbereich. Ehe man den Kirchenraum verlässt, fällt der Blick noch auf eine oberhalb des Ausganges befindliche wunderschöne Malerei, welche Josef den Zimmermann, Maria und das Jesu-Kind zeigt.

 

Über dem Deckenbereich befindet sich der Glockenturm, dessen darin befindliche Glocke täglich um 07.00, 12.00 und 19.00 Uhr ihren Klang weithin über die Weinberge erschallen lässt.Die Kapelle wurde in den Jahren 2006 und 2007 einer Außen- und Innensanierung unterzogen, wodurch dieses Kleinod in neuem Glanz erstrahlt. Das dafür erforderliche Kapital wurde durch die Einnahmen des jährlich stattfindenden Berghausener Pfingstfestes sowie durch Spenden aufgebracht.

Karmeliter-Kapelle

Ein beachtenswertes Kleinod

Neben der Schreiner-Kapelle hat die Gemeinde Berghausen ein weiteres, beachtenswertes Kleinod zu bieten - die Karmeliter-Kapelle in ZIEREGG.

Fährt man von Ehrenhausen kommend der "Südsteirischen Weinstraße" entlang, so gelangt man nach ca. 6,5 km zu einem Punkt am Rande eines kleinen Waldstückes, an dem sich diese Straße gabelt. Rechts führt die Weinstraße weiter, links bietet sich die Möglichkeit, vorbei am Weingut Tement, über den Grenzübergang Ehrenhausen-Plac zum Grenzpanoramaweg und einer Aussichtswarte, welche sich auf slowenischem Territorium befinden, zu gelangen. Hinter diesem Waldstück befindet sich auf einer kleinen Anhöhe, umgeben von Weingärten der besten Lagen, eine kleine Kapelle.

Die Erbauung dieser Kapelle, sie bestand ursprünglich nur aus dem Altarraum mit dem darrüberliegenden Glockenturm, dürfte vorsichtigen Schätzungen zufolge auf das 17 Jhdt. zurückgehen. Später erfolgte ein Anbau in östlicher Richtung, welcher die Einrichtung mit Bänken und die Errichtung einer Sakristei ermöglichte. Wiederum zu einem späteren Zeitpunkt erfolgte ein weiterer Anbau, welchem es einem Geistlichen ermöglichte, für einige Tage in diesem Hause zu verweilen.

Unterhalb des Gotteshauses findet sich eine kleine Weinkellerei, deren Fassraum bis unter den Kirchenraum reicht. Der Kirchturm sowie der Grund und Boden - vorwiegend Weingärten - rund um den Turm stand, als zum sog. "Obegger Berghof" gehörig, bis ins Jahr 1798 im Besitz der Karmeliter und ging im Anschluss daran in den Besitz der Herrschaft Witschein über.

 

Heute steht das Gotteshaus mit nahegelegenen Weingärten wieder im Besitze des Ordens der Karmeliter. Die Karmeliter sind Mitglieder des Ordens der "Jungfrau vom Berge Karmel", einem kath. beschaulichem Orden, welcher Ende des 12 Jhdt. entstand. Dieser Orden unterteilt sich seit dem 16 Jhdt. in "Beschuhte-" und "Unbeschuhte-Karmeliter". Bei den "Unbeschuhten Karmelitern" handelt es sich um einen reformierten Zweig des Ordens welcher Anfang des 17 Jhdt in Österreich ( Graz im Jahre 1629 ) seinen Einzug fand.

Die Hauptbeschäftigungen des Ordens sind Kontemplation ( = Betrachtung; Versenkung; Beschaulichkeit ), Missionsarbeit und Theologie. Jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat, beginnend mit Ostermontag und endend - mit der Adventkranzweihe - am 1. Adventsonntag, werden Messen abgehalten. Dabei findet sich eine große Schar von Gläubigen ein, um an den Messfeierlichkeiten teilnehmen zu dürfen. Diese Hl. Messen werden von Pater Oktavio - einem Ordensbruder der Karmeliter - zelebriert. Es ist dies ein Geistlicher, der Herzlichkeit versprüht, bei dem man spürt, dass er seine Berufung mit jeder Faser seines Körpers ernst nimmt und der es durch seine herzliche Art versteht, den Mitfeiernden die "Heilige Schrift" nahe zu bringen.

 

Die im Bereich der Kapelle angelegten und im Besitze der Karmeliten stehenden Weingärten, welche sich in bester Zieregger Lage befinden, sowie der unter dem Gotteshaus errichtete Weinkeller, werden vom Pächter Manfred TEMENT bewirtschaftet. Manfred Tement - seine Weine sind übrigens ein Geheimtipp für Weinkenner - keltert Weine, deren Qualität als "hervorragend" bezeichnet werden kann und keine Vergleiche zu scheuen braucht.

Urbani-Kapelle

Die Gemeinde Ratsch an der Weinstraße gehört zur Pfarre Gamlitz. Schon am Beginn des 20. Jahrhunderts bestand in Ratsch das Bestreben eine eigene Kapelle zu bauen. Aus verschiedenen nicht näher bekannten Umständen ist dieses Vorhaben jedoch gescheitert.

Erst Mitte der Sechzigerjahre wurde vom Ratscher Weinbauer Alexius Zweytick der Gedanke wieder aufgenommen. Durch verschiede Veranstaltungen wurde die finanzielle Grundlage geschaffen den Kapellenbau zu verwirklichen.

Ing. Walter aus Graz zeichnete einen Plan, der die Zustimmung des Bischöflichen Ordinariates der Diözese Graz-Seckau und der Ratscher Bevölkerung fand. So konnte 1970 unter der Leitung des Baumeisters Josef Unger aus Ratsch, der bis zum Jahr 2002 zuerst Obmann der Kapellenbaugemeinschaft und später Obmann des Kapellenerhaltungsausschusses war, mit dem Bau begonnen werden. Unter tatkräftiger Mithilfe der Gemeindebewohner wurde die Kapelle im Frühjahr 1972 fertig gestellt und konnte am 20. August 1972 durch Dompfarrer Gottfried Lafer dem Schutzpatron, dem heiligen Urban, geweiht werden.

 

St. Urban ist seit dem Mittelalter der wichtigste Weinheilige - auch der Steiermark - der vor allem im ehemaligen Unterland besonders intensiv verehrt wurde, wovon viele Kirchen, Kapellen und Bildstöcke Zeugnis ablegen. Diesseits der Grenze jedoch steht nunmehr in Ratsch das einzige Kirchlein des Landes, das dem hl. Urban geweiht ist.

Die Gestaltung des Innenraumes besorgte der weststeirische Künstler Franz Weiß.

 

In den Wandmalereien, in denen sich der Farbenreichtum der südsteirischen Landschaft spiegelt, zeigt er Ausschnitte aus dem Leben Jesu, von der Geburt zu Bethlehem bis zur Auferstehung, und stellt Maria als Mutter und Urbild der Kirche dar, umgeben von Heiligen, die von alters her besondere Verehrung durch die ländliche Bevölkerung genießen. Immer wieder nimmt der Künstler Bezug auf Gleichnisse der Heiligen Schrift, die sich auf Weinberg, Weinstock und Rebe zurückführen lassen, so zum Beispiel in der Darstellung Jesu als Keltertreter: Der Erlöser steht als Schmerzensmann unter dem Pressbaum, er gibt sein Leben für uns hin, sein Blut fließt in einen Kelch. Und der Patron des Kirchleins, der auf der Türe zur Sakristei dargestellt ist, hält in der linken Hand neben dem Buch eine Traube: ein altes Symbol für Christus am Kreuz, der durch sein Leiden und Sterben Erlösung gebracht hat.

 

Sämtliche Ausgaben für die Erhaltung und weitere Ausgestaltung wurden aus den Einnahmen des alljährlichen durchgeführten Urbanifestes unter Kassier und Mesner Alois Gross ermöglicht. Frau Josefa Ettl ist die derzeitige Obfrau des Kapellenerhaltungssausschusses. Im Rahmen des Urbanifestes im Juni 2008 fand die feierliche Einweihung bzw. Enthüllung des „Monument of Kindness“ am Urbaniplatz statt. Bildhauer Gregory Pototsky fertigte diese Bronzeskulptur und beabsichtigt mit der Stiftung dieses Denkmals, die Festigung der nachbarlichen Beziehungen zwischen den Staaten.

Gottesdienste werden in der Ratscher Urbani-Kapelle an jedem ersten Montag im Monat um 18.30Uhr (19.30 Uhr) gefeiert.

An allen Tagen aber ist das schmucke Kirchlein das Ziel vieler Menschen: als Ort des Gebetes und der stillen Einkehr.

Urbaniwein

Ein Wein von mehreren Winzern

Zehn Winzer aus Ratsch produzierten gemeinsam den "Urbani Wein".Es ist schon Tradition in Ratsch an der Weinstraße, dass sich Weinbauern zusammentun und einen gemeinsamen "Urbaniwein" keltern. "Seit 1990 machen wir das alle vier bis fünf Jahre", erklärte Weinbauer und Vizebürgermeister Hannes Zweytick bei der Präsentation des neuesten gemeinsamen Tropfens, zu dem ein knappes Dutzend Weinbauern beigetragen hatte. Jeder dieser Winzer stellte 200 Kilogramm Trauben einer hochreifen Spätlese zur Verfügung. Die verschiedenen Sorten wurden gemeinsam gepresst, vergoren und vinifiziert, was diesmal im Keller von Robert Zweytick erfolgte. Weinfachmann Henry Sams sprach dabei von einer "Vermählung" der Traubensorten.

Insgesamt rannen 1500 Liter Wein aus diesen Trauben, die man in etwa 3000 Halbliter- und einige Magnumflaschen abfüllte. Die Hälfte der Gesamteinnahmen fließt in die Erhaltung der kleinen Kirche im Ortszentrum von Ratsch. ANTON BARBIC


Ratscher Urbaniwein, Jahrgang 2011

lieblich – 17g Restzucker, 13 % vol.


Weingut Zweytick Robert, WEISSBURGUNDER

Weingut Maitz Mathias, MORILLON

Weingut Gross, RULÄNDER

Weingut Kögl, MORILLON

Weingut Kästenburg - Jakope, TRAMINER

Weingut Bullmann, MORILLON

Weingut Schwarzl, TRAMINER

Rebenhof, Weingut Aubell, MORILLON

Weingut Maitz Wolfgang, WEISSBURGUNDER

Weingut Zweytick H. u. E., RULÄNDER


 

Von jedem Betrieb wurden je 200 kg Trauben, alle mit 20 °KMW (hochreife Spätlese), angeliefert.

Gemeinsam gepresst – vergoren und vinifiziert im Weinkeller von Robert Zweytick.

 

Erhältlich im Gemeindeamt oder bei den Winzern: € 10,-- / je Flasche