Chroniken der ehemaligen Gemeinden

Chronik der ehemaligen Gemeinde Berghausen

Durch das Gemeindegebiet über den Platsch führte schon zur Römerzeit eine Hauptstraße vom Mur- ins Drautal. Der Verlauf dieser Straße deckt sich im Großen und Ganzen mit dem der heutigen Platscher-Straße, die im Mittelalter "Poststraße" hieß.


Noch 1822 war "der Platsch ein für den Verkehr sehr erschwerender und zeitraubender Berg des Haupthandelsweges von Triest nach Wien, der einem Gebirgspass gleichkommt".


Da sich im Mittelalter auf dem Berg eine Straßenmaut befunden haben soll, scheint es nicht abwegig, wenn die Bezeichnung "Platsch" von "placevati" = "zahlen, mauten" abzuleiten wäre. Der Name "Platsch" kommt jedenfalls 1265 im landesfürstlichen Urbar als "Plavers" vor. Der alte Name "Wielitsch" erscheint in "due Wilans", 1425 als "wilwez", 1430 als "wilansch". Der Name bedeutet soviel wie "Besitz des Wieland".


Auch die Katastralgemeinde "Ewitsch" ist dem Namen nach verbüchert als "Newitch" und bedeutet möglicherweise einen alten Rufnamen.


Im Namen "Zieregg" oder "Zierberg" könnte der Begriff "Zierde" stecken. Die beiden Katastralgemeinden Ewitsch und Wielitsch wurden 1931 von der Gemeinde Ehrenhausen herausgelöst und ab 01. Jänner 1932 mit Zieregg zu einer neuen Gemeinde zusammengeschlossen. Diese nahm in Anlehnung an die Marktgemeinde Ehrenhausen den Namen "Berghausen" an


Die Chronik der ehemaligen Gemeinde Ratsch an der Weinstraße

Die ehemalige Gemeinde Ratsch a. d. Weinstraße wurde erstmalig im 11. Jahrhundert unter der Bezeichnung "RATS" urkundlich erwähnt. Der Ortsname, so erzählt die Legende, sei deshalb entstanden, weil dieser Ort in einem Kessel liegt und deshalb ein beliebter Schlupfwinkel und Treffpunkt für Ratsversammlungen gewesen sei. Schon sehr früh wurde in der Gegend Weinanbau betrieben.

Die Gemeindegrenze von Ratsch zum Süden hin bildet gleichzeitig die originale und älteste Weinstraße der Steiermark und grenzt an Slowenien und dem Grenzbezirk Maribor. Im Mittelalter war das Dorf im Eigentum des eifrigen Protestanten Nikolaus Kempintsy, Sohn des Caspar Kempintsy und der Ellse Beuerl, der 1629 nach Elsaß auswanderte.

Danach erwarb Wolf Freiherr von Eggenberg die Herrschaft über Ratsch. Als nach vielen Bemühungen, Kämpfen mit den Behörden und finanziellen Opfern der Bewohner in dem damals zweisprachigen Gebiet die "deutsche Schule" am 6. November 1882 eröffnet wurde, war es ein ganz großer Tag für den Ort und seinen Bewohner, da für die 55 Schulkinder der weite Schulweg ein Ende hatte.

Nach dem 2. Weltkrieg gab es in der Grenzlandregion noch starke Nachkriegswirren, die der Bevölkerung sehr zu schaffen machten. So wurde unter anderem das damalige Gemeindehaus im Jahre 1946 von den Partisanen in Brand gesetzt, wodurch auch viele Dokumente, die große Bedeutung für die Geschichte von Ratsch hatten, vernichtet wurden.

Als Folge dieses Brandes mußte auch der erste Bürgermeister der Nachkriegszeit, Johann Deutscher, Amtshandlungen und Sitzungen auf seinem Hof abhalten. 1962 wurde die damals noch selbständige Gemeinde Ottenberg unter Bürgermeister Josef Schigan an die Gemeinde Ratsch als Kastralgemeinde angeschlossen.

1958 konnte ein Gemeindehaus neu erbaut werden, in dem  damals auch die Ortsfeuerwehr untergebracht war. Heute befindet sich dieses Haus auch noch im Gemeindeeigentum doch, mit einem letzten Umbau im Jahr 2008 wurde dieses Gemeindehaus zur Gänze in ein Wohnhaus umgebaut.

Die Feuerwehr siedelte bereits 2001 in eine neues Rüsthaus, wozu im Jahr 2000 ein neues Grundstück angekauft wurde. Das neu errichtete Rüsthaus bietet großzügig Platz für die Fahrzeuge und Mannschaftsräume der Freiwilliegen Feuerwehr Ratsch. Auch ein Rüsthausplatz mit einer Festbühne wurde geschaffen, welcher Freiveranstaltungen, umgeben von Weinberge ermöglicht.

Für die Gemeindeverwaltung wurde 2005, unter Bgm. Johannes Zweytick, Vizebürgermeister Franz Klapfer und Gemeindekassier Florian Gruber ein neues Gemeindeamt errichtet. 
Das Wappen der Gemeinde zeigt einen Klapotetz, eine Weintraube und die südsteirische Weinstraße.

Mit 1. Jänner 2015 ist die Gemeinde Ratsch a.d.W. im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit den Gemeinden Berghausen, Ehrenhausen und Retznei zusammengeschlossen, die neue Gemeinde führt den Namen Ehrenhausen an der Weinstraße.