Geschichtliches über Ehrenhausen


Der Markt

Ehrenhausen, eine der Perlen der Südsteiermark, nimmt in der Region einen hervorragenden Platz ein. Das gepflegte historische Ortsbild mit seinem geschichtlich und kulturhistorisch interessanten Eggenberger-Mausoleum, seine freundlichen Gastbetriebe und lohnende Ausflugsziele stellen ein erstklassiges Kultur- und Erholungsangebot dar.

 

Mit seiner Seehöhe von 258 m, seinem milden Klima und der Grenznähe zu Slowenien findet der Gast und Erholungssuchende in der Gemeinde fast über das ganze Jahr spezielle Reize durch Aktivitäten. Dies ganz besonders, wenn im Herbst die Trauben reifen und die Wälder in ihrem Farbenschmuck leuchten.


Die Pfarrkirche

Im Zentrum steht die von

1751 bis 1754 auf den Fundamenten des herrschaftlichen Getreidespeichers von Johann Fuchs erbaute Pfarrkirche. Steinfiguren über dem Giebel postiert weisen auf das Kirchenpatrozinium der Schmerzhaften Muttergottes Maria hin, wie auch auf Heilige, deren Patrone ehemals im Zusammenhang mit der Funktion Ehrenhausens als Handels-Umschlagplatz und als Weinbaugebiet standen. Das

Chronogramm am Wappen der Eggenberger-Leslie ergibt 1753, das Jahr der Fertigstellung des Kirchenbaus. Von der Inneneinrichtung der Kirche sind wohl die Pieta aus (Steinguss um 1430) und die unter Denkmalschutz stehende Barockorgel mit 12 Registern, 1818 aus der Minoritenkirche aus Marburg angekauft, bemerkenswert. Die Statuen der Kirche stammen aus der Schule des Bildhauers Philipp Jakob Straub. Im rückwärtigen Teil des Kirchenschiffes sind Grabsteine der Eggenberger mit ihren Gattinnen in die Mauer eingelassen zu sehen.


Das Schloss Ehrenhausen

Drei wichtige Aufgaben hatte die Burg Ehrenhausen einst zu erfüllen: Sie schützte die Furte über die Mur, sie bewachte den Eingang in das Gamlitztal und sicherte die einmal so wichtige Handelsstraße über den Platsch, welche die Römer schon benützt hatten. Wer den romanischen Wachturm aus der Zeit der Kärntner Mark im 11. Jahrhundert errichten ließ, ist nicht überliefert. Viele Geschlechter haben ihre Herrschaft hier ausgeübt; eine Urkunde von 1240 spricht bereits von der bestehenden Feste und einem "Fridericus miles de Ernhus".Selbst die Habsburger waren um 1363 Besitzer dieser Burg. Nach den Pettauern und Schaumbergern kaufte 1543 Christof von Eggenberg das Schloss samt den Meierhof um 10.800 Gulden (entspricht 2005 etwa 3 Millionen Euro). Nach dem Aussterben der Ehrenhausner Linie konnte 1646 die Grazer Linie mit Johann Anton, dem einzigen Sohn des Fürsten Hans Ulrichs von Eggenberg, in den Fideikommissgütern nachfolgen. Dann ging die Herrschaft auf die Geschlechter Leslie und Attems über. Nach dem Tode von Adele Baronin Salvi kaufte das Schloss der resignierte Erzbischof von Olmütz Dr. Theodor Kohn. 1918 erwarben es der Deutsch-Mährer Theodor Haberhauer und dessen Gattin Agnes, ihnen folgten die Familien Weiss, Richter (1921) bzw. Csicsaky (1982).

Christof von Eggenberg (+1551) ließ durch italienische Baumeister die Burg im Renaissancestil umbauen. Die jetzige Gestalt erhielt das Schloss unter der Herrschaft der Leslie im 18. Jahrhundert. Heute ist die Familie Csicsaky bemüht die notwendigsten Sicherungsmaßnahmen der historischen Teile am Schloss durchführen zu lassen, dabei kommt es immer wieder zu überraschenden Entdeckungen von altem Mauerwerk und verfallenen Bastionen.


Das Mausoleum

Im Jahre 1595 fasste General-Obrist Feldzeugmeister Ruprecht von Eggenberg (1546-1611), der Sieger in der Türkenschlacht bei Sissek (1593), den Entschluss, für sich und alle männlichen Nachkommen seines Geschlechts, sofern sie als Offiziere gedient und katholischen Glaubens seien, bei seinem Stammschloss eine Begräbnisstätte zu errichten. Sein Baumeister begann noch 1610 mit dem Mausoleum, doch der frühe Tod Ruprechts und auch der seines Erben Wolfgang (1580-1615) sowie finanzielle Schwierigkeiten verursachten eine lange Bauzeit, bis man 1680 die Steinmetzarbeiten wieder aufnahm. Stilkritische Untersuchungen bringen eine Verbindung zu Pietro de Pomis, dem Erbauer des Mausoleums für Kaiser Ferdinand des II. in Graz. Fischer von Erlach als Erbauer scheidet wohl aus, da dieser erst 1686 von seinen Studien aus Rom zurückkehrt und Entwürfe (1689/90) für Stuckdekorationen den Künstlern Alexander und Joseph Serenio liefert. Die manieristische Gestaltung der Schaufront (1682/88) mit den zwei antiken Kriegern aus Aflenzer Sandstein (Löwenfell, Keule, nackte Beine) und der zeitgenössischen Darstellung eines Renaissancecondottieri (Art des Helmes, Rüstungsdetails, Ausführung der Morgensterne und Schwerter) ist das Werk von Andreas Marx, einem eggenbergischen Bildhauer, der aus der Werkstatt von Fischers Vater stammte. Oberhalb der Tür befindet sich das Wappen der Eggenberger und deren Wahlspruch: POST ONVS HONOS (Nach der Last die Ehre). Das Innere des Mausoleums zeigt in seiner Dekoration reinsten Barock mit seiner beschwingten Form. Der Kapellenraum ist ganz in Weiss gehalten und trägt einen mehrgliedrigen Stuckdekor der Künstlerfamilie Serenio. Vier größere sitzende Vollfiguren weisen auf den Ernst der Totenstätte hin und tragen Embleme des Todes: Stundenglas, Totenschädel, verrauchende und erloschene Fackel. Im Laufe der Baugestaltung wurden in das rechteckige Tonnengewölbe vier Säulen mit Weinlaub umrankt gesetzt, welche die achteckige Kuppel mit einer Laterne tragen.

Das Altarbild stammt von Hans Adam Weissenkircher (sign.1691). Es zeigt Maria und den heiligen Rupert, die von der heiligen Dreifaltigkeit den Sieg der christlichen Heere im Kampf gegen die Türken erbitten. Die beiden Kriegerbilder (in Kopien) stellen Ruprecht und Wolfgang von Eggenberg dar. Inmitten des schachbrettartig ausgelegten Fußbodens weist eine Falltüre aus Schmiedeeisen den Weg in die Gruft hinab. Das kleine Kellergewölbe bietet Platz für drei

Sarkophage. Am nördlich stehenden Steinsarg des Ruprecht lesen wir "MORS RAPVIT DVCES" (Der Tod raubte die Führer), am südlichen des Wolf von Eggenberg "DVCVM EST PVGNARE" (Ein Führer muss kämpfen). Der Leichnam von Erzbischof Kohn (1845-1915), mit allen Pontifikalien versehen, ruht in einem dreifachen Sarg: Glas, Metall und Marmor.

Das Mausoleum ist seit 1920 Eigentum des Landes Steiermark und steht unter Denkmalschutz.

Eine Besichtigung ist gegen telefonischer Voranmeldung in Begleitung von Herrn Gerhard Stingel und Frau Christine Rauch möglich.

Bitte kontaktieren Sie dazu die Marktgemeinde Ehrenhausen an der Weinstraße unter 03453/2507.

Ehrenhausen Buch

Mehr alte, neue und einfach interessante Geschichten über den Ortsteil Ehrenhausen finden Sie im Ehrenhausen Buch.

Es ist im Marktgemeindeamt um € 35,-- erhältlich und beinhaltet eine CD sowie ein Häuserbuch mit wissenswertem über die Gebäude in Ehrenhausen.

 

Schauen Sie vorbei und werfen Sie einen Blick darauf!